Leben und Wirken des Saiteninstrumentenbaumeisters
Herve R. Chouard

Von Paris nach Nürnberg

Geigenbaumeister und Gitarrenbaumeister Herve R. Chouard aus Freising bei München

Geboren in Paris am 02.10.1951 im Pariser Geigenbauerviertel Rue de Rome/Batignoles 17. Arr.t(Millant.Camurat.Enel.Vatelot) studierte Herve R. Chouard Germanistik an der Pariser Sorbonne und in Tübingen. Dort lernte er den genialen Geigen- und Gitarrenbaumeister W.J. Vogt kennen - eine schicksalhafte Begegenung. Der Germanistikstudent lässt künftig seine Bücher liegen, erlernt offiziell den Beruf des Saiteninstrumentenbaumeisters und macht nach den Gesellenjahren seinen Meister in Nürnberg.

Das handwerkliche Erbe

In der Vergangenheit gab es schon häufig Versuche, die klassische Gitarre "sauber" gestimmt (well tempered) zu bekommen, so auch die von René Lacôte in Paris 1852.
Von 1980 bis 1990 entwickelt Vogt ein modernes und gebrauchstaugliches System: Das Feinstimmbare Griffbrett. Am 17. März 1990 stirbt Walter Vogt im Alter von 54 Jahren.
"Seine Eisen glühen noch" - wie es in Frankreich heisst - und Herve R. Chouard entschied sich sofort, dessen Arbeit fortzusetzen - ansonsten wäre dessen 10-jähriger Einsatz um die feinstimmbare Gitarre umsonst gewesen!

Das Fret Mobil Chouard

Seit 1995 heisst es nun Fret Mobil Chouard und liegt in zwei Versionen vor: Peek Kunststoff oder N37 Neusilber (siehe: Die feinstimmbare Gitarre). Fret mobil bietet die Möglichkeit, die klassische Gitarre fast wie eine Piano einzustellen. Die Einstellung der Bünde erfolgt mit Hilfe eines hochwertigen Stimmgeräts (Peterson) mit einer Genauigkeit von +/-1 bis 2 Prozent. Dazu braucht man ca. 50 Minuten. Hinzu kommt, dass neue Saiten 5 Tage vorgedehnt werden müssen.

Das Fret Mobil im Einsatz

Seit über zwei Jahrhunderten spielen Gitarristen Instrumente mit festgelegten Mensuren (vorher bewegliche Darmbünde). Gitarrenspieler und Konzertbesucher haben sich im Laufe der Zeit auditiv daran gewöhnt - an die typisch "gitarristische", aber falsche Intonation.
Fret Mobil ist, wenn gut eingestellt, kristallklar und trennscharf. Das kommt davon, dass praktisch keine Schwebungen mehr vorhanden sind. Man hört extrem viele sympatische Resonanzen, es ist ein Miteinander- und Aufeinander-Reagieren. Das Intrument bietet so eine neue Dimension des Gitarrenklangs.
Ein weiterer Vorteil: Im Konzert braucht der Musiker nicht einmal sein Instrument nachzustimmen, wie es sonst üblich ist.(Tonarten)

Weiterentwicklung des Fret Mobil

Das Motto von Gitarrenbaumeister Herve R. Chouard lautet "Richness by Harmonics". Es sind die Obertöne dieser vielen sympatischen Resonanzen, die den Ton als "schön" empfinden lassen. Meine Diskant klingt dadurch glockenartig.
Fret Mobil Neusilber bietet noch mehr: Dadurch es sich um halbmondförmigen einzelne Bündchen (Curseur) handelt, sind große Bewegungen der Bundteilchen durchführbar. Die Mitteltönige Stimmung ist dadurch möglich. Das System erlaubt auch das Einsetzen von mehr Bündchen (1/4 Ton), was neue Wege für microtonale Musik öffnet.

Innovative Meistergitarren und Meistergeigen

Die Konstruktion der klassische Gitarre des Saiteninstrumentenbaumeisters basiert auf einer Grundidee von 1997.
Er verglich die Decke (nur bestes gespaltenes Fichtenholz mit nicht zu feiner Jährung) mit dem Fell einer Trommel, das durch das Spannverfahren immer "sensibler" wird und brachte die Gitarren-Decke durch das "Wölben" mit Querbeleistung unter Spannung.

Eine andere Inspiritation kam mit dem aus der Bionik: Ein Baumblatt aus dem Urwald. Herve R. Chouard erzielte eine extreme Steifigkeit. Dadurch konnte er die Masse der Decke drastisch reduzieren, was für den Klang von höchster Wichtigkeit ist. Das Resultat entsprach seinen Erwartungen: Eine sehr starke Klangdynamik/Glockender Diskant.

Der Gitarrenbaumeister hatte schon lange die Erfahrung gemacht, daß auch die besten Meistergitarren im Alter "schwammig" werden, das heißt ihre Brillianz verlieren, und das ihr Leben im Allgemeinen sich auf 25 Jahre begrenzt.
Dieses Know-How hat er natürlich ab 2005/06 in dem Neubau seiner Meistergeigen miteinfließen lassen. So wurden seine Violinen sehr schnell in der Tonansprache (Presence) - ein Vorzug, den man sonst nur bei alten, viel gespielten Violinen findet.

D.A.C bridge - eine Klangrevolution

Und weiter ging es 2008/09 mit einer neuen Idee. Der Geigenbaumeister experimentierte an einem neuartigen Geigensteg und entwickelte den innovativen Geigensteg "D.A.C bridge" mit brillianten Klangeigenschaften. Mehr Informationen und Messergebnisse des Lehrstuhls für Psycho-Akustik bei der Bundeswehr-Universität München/Neubiberg finden Sie unter Innovation im Geigenbau: Der Geigensteg D.A.C bridge.