Der Geigensteg D.A.C bridge

Messung der Admittanz am Geigen-Steg vom Typ DAC auf der Seite der Diskantsaiten

Und weiter ging es 2008/09 mit einer neuen Idee. Der Geigenbaumeister experimentierte an einem neuartigen Geigensteg - er veränderte das konventionelle Bild des Steges. Denn so wie man ihn üblicherweise kennt, empfand er ihn als sehr "eng" und "undefiniert".
Er gestaltete den neuen Steg "D.A.C bridge" mit mehr Auflagefläche auf der Decke und suchte nach Lösungen für mehr Beweglichkeit der Füße und für eine schnellere Übertragung der Saitenimpulse. Denn bei dem konventionellen Violinsteg geht viel Energie verloren durch das Hin- und Herwippen des Herzes.

Nun, D.A.C Chouard klingt in der Tat freier, klarer und voluminöser. Namenhafte professionelle Streicher aus der Region um München und und Salzburg kennen ihn schon: Sie sind begeistert!

Die Meistergeigen profitieren sehr von der Erfahrung von Herve R. Chouard aus der Gitarrendeckenkonstruktion. Seine Steg-Inovation ist laut Resonanz der Geiger eine wichtige Entwicklung im modernen Geigenbau. Dies bestätigen auch Messungen beim Lehrstuhl für Psycho-Akustik bei der Bundeswehr-Universität München/Neubiberg (siehe Mess-Bericht und Schlußfolgerung)

Geigensteg D.A.C bridge - Bildergalerie

Geigensteg D.A.C bridge von Herve Chouard

Geigensteg D.A.C bridge - Version 1

Geigensteg D.A.C bridge von Herve Chouard

Geigensteg D.A.C bridge - Version 1

Geigensteg D.A.C bridge von Herve Chouard

Geigensteg D.A.C bridge - Version 2

Geigensteg D.A.C bridge von Herve Chouard

Geigensteg D.A.C bridge - Version 2

Auszug aus dem Bericht: Schlussfolgerung

Es steht außer Frage, dass die Admittanz an den Auflagepunkten der Saiten und insbesondere deren Realteil, die Konduktanz, die adäquate Messgröße ist. Sie eignet sich dazu, Unterschiede in der musikalischen Funktion von Stegen auf ein und demselben Instrument messtechnisch nachzuweisen. Um die Wirkungsweise des Gehörs, das ja der Empfänger von Geigenklängen ist, besser nachzuempfinden, eignet sich für die Sichtbarmachung und Interpretation eine logarithmische Teilung der Ordinate besser as eine lineare. Da jedoch diese Darstellungsart für den Realteil nicht zur Verfügung stand, wurde ersatzweise der Betrag der Admittanz gemessen und diskutiert. Eine Voruntersuchung hatte gezeigt, dass sich die wesentlichen Merkmale eines Konduktanz-Frequenzganges auch in der Admittanz wiederfinden.

Frequenzverläufe der Admittanz wurden an einem traditionellen Steg und einem Steg vom Typ DAC gemessen. Sie wurden verglichen und diskutiert, wobei Gemeinsamkeiten und Unterschiede zutage traten. Gemeinsamkeiten zeigten sich für Frequenzen bis etwa 2000 Hz (Note h3). Für höhere Frequenzen haben die beschriebenen Admittanz-Messungen (Abb. 7 und 8) deutliche Unterschiede ergeben. Oberhalb von etwas mehr als 2000 Hz ist die Admittanz des Steges vom Typ DAC mindestens dreimal so groß wie die des traditionellen Steges.

Der Steg DAC ist demnach in der Lage, mehr Schwingenergie aufnehmen als der traditionelle Steg. Dies ist Grundvoraussetzung dafür, dass er mehr Energie an den Korpus weiterleiten kann. Die hohe Stegadmittanz, die gemessen wurde, ist zwar keine hinreichende, aber eine notwendige Voraussetzung dafür, dass eine Geige mit dem Steg DAC Töne etwa ab der Note h3 mit höherem Pegel abstrahlt, als dies mit dem traditionellen Steg möglich ist. Den Messungen zufolge kann der Zuwachs im Schalldruck bis zum Dreifachen betragen. Im Pegelmaß gerechnet kann eine Erhöhung um bis zu 10 Dezibel erwartet werden. Bei hohen Geigentönen entspricht dies der Empfindung einer doppelt so großen Lautstärke. Bei tieferen Geigentönen resultiert daraus eine erhebliche Anhebung höherfrequenter Spektralkomponenten. Die Klangfarbe wird dadurch in Richtung einer höheren Brillanz verändert werden.

Conclusions (Part of the technical report)

Undoubtedly, generally the admittance at the contact points of the strings and especially its real part, the conductance, is the adequate parameter. It is well-suited to ascertain by a measurement technique differences in the musical function of bridges mounted on an instrument. To account for the mode of operation of hearing, which is the very receiver of violin tones, for the visualization and interpretation a logarithmic scale is better suited than a linear one. Since this presentation mode was not available for the real part, alternatively the magnitude of admittance was measured and discussed. A tentative study has shown that the prominent cues of a conductance frequency curve can be also found in the admittance curve.

Frequency responses of admittance were measured at two bridges, a traditional one and a bridge of the novel DAC type. They were compared and discussed, revealing similarities and differences. Similarities showed up for frequencies up to about 2000 Hz (note h3). For higher frequencies, the admittance measurements mentioned above (Figures 7 and 8) have shown pronounced differences. Beyond about 2000 Hz the admittance of the DAC type bridge is at least three times as large as the admittance of a traditional bridge.

Hence, the DAC bridge has the ability to accept more vibration energy than the traditional bridge. This is the fundamental precondition for the transfer of more energy from the string to the instrument body. The high bridge admittance measured is not a sufficient but a necessary requirement for a violin to radiate tones above about the note h3 with a higher level than this is possible using the traditional bridge. According to the measurement results, the gain in acoustic pressure can amount up to a factor of three. On a level scale, an increase by up to ten decibel is estimated. For treble violin tones, this corresponds to doubling the loudness. For lower violin tones, the consequence is a considerable accentuation of higher-frequency spectral components. This will modify the timbre towards a higher brilliance.